• Carsten Ringler

Keine Zeit für´s Training

Wenn man mit dem sport seinen Lebensunterhalt verdient, hat man den Luxus es immer zum Training zu schaffen und sich fit zu halten.

Auch wenn ich nur ein paar Übungen in meinen Kursen mitmachen kann, weil ich ansonsten für die Korrektur bereit stehen muss, kann ich mir trotzdem eine Grundlage erhalten und bin nie komplett "unfit".


Diesen Luxus hat nun leider nicht jeder. Wenn Beruf oder Studium "im Weg" stehen oder sogar das Familienleben dazu kommt, dann können 24 Stunden schon ganz schön wenig sein.

Wenn der Kurs, an dem ich teilnehmen möchte auch noch zu festen Zeiten stattfindet, an denen ich einfach nicht immer da sein kann, dann wird mein Leben immer schwerer.



Nun wie kann ich mich trotzdem fit halten?!

Das ist ziemlich schwierig, aber nicht unmöglich!

Mein Tipp: Wir müssen das Training unabhängig von Kursen und seinen Zeiten in unseren Alltag integrieren.

Das kann sehr mühselig sein. Gerade, wenn wir dabei auf uns allein gestellt sind, kann das an der Motivation nagen.

Allerdings verfolgt jeder von uns ein Ziel, das wir uns gerade dann vor Augen halten müssen, wenn wir mal kein Bock haben immer nur alleine zu turnen. Denkt immer daran, dass ihr für euch trainiert und nicht für andere!


Gerade am anfang wird es schwer sein sich Zeitfenster einzuräumen.

Wenn wir an ein Training denken, haben wir direkt einen Zeitraum im kopf wie z.B. die 90 Minuten, die sonst der Kurs dauert oder so ähnlich.

Das ist aber gar nicht nötig! Wir haben keine Zeit immer zu dem Kurs zu gehen und können uns vielleicht auch keine 90 Minuten aus den Rippen schneiden und an anderer Stelle platzieren.

Das schafft nur wieder zusätzlichen Stress, von dem uns der Sport ja eigentlich befreien soll. Unser Anspruch an die erste selbstgestaltete Einheit sollte irgendwo ganz unten ansetzen.

Wenn wir schon länger sportlich aktiv sind, können wir uns unser eigenes Programm ganz gut zusammen stellen. Falls nicht, habt ihr immernoch einen Trainer, der euch dabei helfen kann und Übungen für zuhause mit auf den Weg gibt. Schließlich seit ihr irgendwie zum Sport gekommen und habt irgendwann hoffentlich mal ein Training mit einem Trainer absolviert.


Falls ihr es nun nicht zum Training schafft, habt ihr die möglichkeit eine "abgespeckte" Version einer Einheit durchzuführen.

Das bedeutet: Ihr sucht euch einen Aspekt einer Möglichen Einheit raus und geht speziell auf Diesen ein.

Als Beispiel:

Muay Thai als Kunst der acht Waffen (Fäuste, Ellbogen, Knie und Beine) gibt mir die Möglichkeit meine Einheit in acht Teile zu zerlegen.

Ich möchte an meiner Boxtechnik pfeilen. Automatisch fällt auch eine ganze Menge anderer Übungen einfach weg. Natürlich muss ich meine Gelenke aufwärmen und meine Muskulatur durchbluten. Wenn ich mich aber auf die Boxtechnik konzentriere, brauche ich meine Beine und Hüften nicht in dem Maß vorbereiten, wie ich das müsste, wenn ich nun auch Kicks üben wollte.

Das spart mir an dieser Stelle schon Zeit!


Das funktioniert natürlich auch andersrum! Klar wünsche ich mir eine Einheit, in der ich mich in allen Bereichen ein wenig verbessern kann, aber wir müssen einfach akzeptieren und damit umgehen lernen, dass unser Alltag das nicht immer zulässt.


Wichtig ist nur eins: Unsere Einheit muss fester Bestandteil unseres Wochenplans sein und kann nur durch eine andere Einheit ausgetauscht werden.

Ausnahmen sollten absolut wirkliche Ausnahmen bleiben!!!

Die Dauer unserer Einheit spielt gar keine Rolle! Aufwärmen, üben und fertig. Das reicht!!!

Wie gesagt, gehen wir vom schlimmsten Fall aus, dass wir tatsächlich nur 30 Minuten haben. Das ist absolut ausreichend Techniken zu üben oder ein kleines Krafttraining zu absolvieren.

Mit dieser kurzen Einheit erinnern wir unseren Körper, unser Hirn und Nerven daran, was sie zutun haben und können sogar Bewegungsabläufe durch diese Wiederholungen verbessern.


Wenn unser reguläres Training an zwei Tagen pro Woche für jeweils 90 Minuten stattfindet und wir es nicht ein Mal schaffen dort hin zu gehen, kann dieses Training durch kurze, aber intensive Einheiten von 30 bis 45 Minuten an 2 bis 4 Tagen pro Woche in jedem Fall ersetzt werden, wenn es denn nunmal nicht anders möglich ist.

Mit intensiven Einheiten ist nicht die körperliche Anstrengung gemeint, sondern der Fokuss auf einen bestimmten Aspekt, an dem ich in meinem Training intensiv arbeite.


Natürlich gibt es Abstriche dort wo ich einen Partner bräuchte und keinen habe. Wie zum Beispiel beim Sparring und Clinch.

Dennoch ist es wesentlich besser diese kurzen Einheiten für mich zu absolvieren und mich in technischen oder körperlichen Fähigkeiten zu festigen oder zu verbessern, als einfach gar nichts zu machen. Wenn ich es dann wieder zum regulären Training schaffe, besteht meine Aufgabe darin neu Gelerntes oder verbesserte Fähigkeiten anzuwenden.


Denkt immer daran: Ihr macht das für euch und nicht für andere!


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